10 Thesen zur kommunalen Kulturpolitik
Kultur braucht Förderung!
Kulturpolitische Leitlinien zur Kommunalwahl 2006 des Forums für Kunst und Kultur der Sozialdemokratie in Hessen
Erstens
Die Förderung der Kultur ist in einem kooperativen Föderalismus vor allem Aufgabe der Städte und Gemeinden, Kulturpolitik ist nach wie vor in erster Linie Kommunalpolitik.
Zweitens
Aufgabe kommunaler Kulturpolitik ist die kulturelle Grundversorgung der Bürger durch Förderung von Produktion, Distribution und Rezeption kultureller und künstlerischer Institutionen und Projekte.
Drittens
Auch in Zeiten knapper Kassen ist Kulturförderung keine freiwillige Leistung, sondern unverzichtbarer Bestandteil einer Gesellschaftspolitik, die den mündigen Bürger bildet und anregt, kritisch und kreativ seine Kommune zu gestalten.
Viertens
Vor allem kulturvermittelnde Angebote bedürfen des besonderen Schutzes und der gezielten Förderung; Lesepädagogik, Musikpädagogik, Theaterpädagogik, Medienpädagogik und Museumspädagogik sind notwendige Angebote, um eine Kultur für Alle und von Allen zu ermöglichen.
Fünftens
Kinder und Jugendliche sind die wichtigste Zielgruppe kommunaler Kulturpolitik. Es gilt jegliche Förderung mit diesbezüglichen Zielvereinbarungen zu versehen, um eine möglichst vielfältige ästhetische Bildung der jungen Generation zu gewähren.
Sechstens
Kulturinstitutionen müssen reformiert werden. Stadttheater und Freies Theater sollten stärker kooperieren, Verwaltungsstrukturen sollten mit den Mitteln modernen Kulturmanagements verändert werden, Netzwerke unter Einbeziehung der Schulen und Kindertagesstätten sollten eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit nutzen.
Siebtens
Ein Zwangsverband für Kultur in der Rhein-Main-Region ist der falsche Weg. Die Landespolitik möge besser Sorge dafür tragen, dass den Kommunen ausreichend Mittel zum Beispiel für den Anschaffungs- und Veranstaltungsetat der Büchereien, für den Betrieb von Musik- und Jugendkunstschulen sowie für die Partizipation von Schülern an den Angeboten der Kultureinrichtungen zur Verfügung stehen.
Achtens
Der Ausbau der Veranstaltungsreihe Kultursommer in Süd-, Mittel- und Nordhessen muss den Kommunen zugute kommen und sie auf Dauer in ihrem kulturpolitischen Engagement unterstützen.
Neuntens
Eine Kulturentwicklungsplanung für das Land Hessen sollte Gemeinde, Städte und Kreise zusammenführen, um an einem Runden Tisch Kultur, Koordinations- und Kooperationsmöglichkeiten anzubieten, um perspektivisch Konzeptionen kultureller Aktivitäten zu ermöglichen.
Zehntens
Die von der Hessischen Kulturkommission geforderte „Juvenale“, einem landesweiten Kulturfestival mit Kindern und Jugendlichen und für Kinder und Jugendliche, muss endlich verwirklicht werden.
Landesvorstand
Burkhard Albers, Vorsitzender
Landrat Rheingau-Taunus-Kreis
